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Meine lieben Frauen, in etwa 80% der Fälle ist eine natürliche Fehlgeburt nach 6 Wochen abgeschlossen und es bleibt nur noch die Blutung, die unterschiedlich lange dauern kann.

(https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16202377)

Was aber ist mit den anderen knapp 20%? Wie lange kann man warten?

Ich selbst habe 3 Monate gewartet und hätte problemlos auch noch länger warten können wenn von außen nicht Angst und Sorge verbreitet worden wären. Medizinisch hätte nichts dagegen gesprochen. Durch diese Webseite habe ich nun von mehreren anderen Frauen gelesen, die lange gewartet haben, einige hatten auch Geduld genug und wurden mit einer natürlichen kleinen Geburt belohnt.

Eine Frau aus einer Facebookgruppe hatte nach etwa 3 1/2 Monaten ihre kleine Geburt.

Bettina hat ihre Geschichte mit mir per Mail geteilt:
"Nach der Diagnose Missed Abortion im Februar 2020 hat der natürliche Abgang sehr lange gedauert – bei mir bis kurz vor dem errechnetem ET. Wie auch bei dir war die Einleitung mit Cytotec im April dann auch erfolglos… Ich habe dann ärztlich beobachtet weiter gewartet, und um vorzuspulen - Bei einem FA-Termin Ende Juli war dann einfach auf dem Ultraschall nichts mehr zu erkennen. Du glaubst nicht, wie überrascht ich war! Es scheint, als ob mein Sternchen und die Schwangerschaftsreste über die Zeit resorbiert und/oder bei meinen Blutungen ausgeschieden wurden (bei der letzten im Blutung im Juni/Juli ging auch viel Schleim und auch Reste der Fruchthöhle ab).
Wie gesagt war mein HCG wenige Wochen nach der Diagnose sehr schnell komplett ausgeschlichen (was mich auch immer auf de natürlichen Abgang hat hoffen lassen), und nach der Diagnose hatte ich etwa alle 6 Wochen über-periodenstarke Blutungen (erst nachdem die Gebärmutter leer war wieder alle 4 Wochen und normal stark). Diagnose Missed Abortion habe ich im Februar 2020 bekommen, rechnerisch in der 12. SSW aber von der Entwicklung war das ca. 8./9. SSW. Trotz Blutungen war das Sternchen und Schwangerschaftsreste alles noch bis Ende April da, den nächsten Ultraschall hatte ich erst Juli, irgendwann in diesem Zeitraum muss sich alles „resorbiert“ bzw. wurde ausgeschieden. Danach hat sich mein Zyklus relativ schnell wieder eingependelt, im August hatte ich wieder im 4-wöchentlichen Turnus meine Periode und im September bin ich wieder schwanger geworden. "

Bettina schreibt auch von einem weiteren Fall:
"Ich hatte in der Zeit noch Kontakt mit einer weiteren Sternenmama, auch MA um die 10 SSW., die keinerlei Blutungen hatte allerdings auch bis zum ET bis zu einem „richtigen Abgang“/kleine Geburt gewartet hat…"

Ein Kommentar von A. hier im Blog beinhaltet folgenden Verlauf:
"Ich habe 5 Wochen auf einen natürlichen Abgang gewartet, in der Zeit habe ich viel gelesen, auch hier. Die "kleine Geburt" selbst begann eines Abends und kündigte sich den Tag über durch bröckchenhafte Blutungen an. Die eigentliche kleine Geburt hat etwa 4Stunden gedauert. [...] Laut Ultraschall war die Frucht abgegangen, jedoch das Gewebe nicht vollständig. Ich habe noch etwa 3 Monate geblutet. Fast durchgängig, hin und wieder ein paar Tage nicht. In Zyklusabständen verstärkt, so dass quasi mit der Menstruation besonders viel Gewebe abging. Ich habe viele und dicke Binden verbraucht und war in den 3 Monaten permanent auf Hygieneprodukte angewiesen. Ich hatte kurz vor Ablauf der 12Wochen nach der "kleinen Geburt" noch die Hilfe einer Hebamme in Anspruch genommen. Ich hatte schon vorher mit einer telefoniert und auch reichlich Tee getrunken. Als ich schließlich noch eine Hebamme persönlich traf, gab es wieder Tee und eine ausleitende Massage, die merklich was in mir bewegt hat. Es hat ein paar Zyklen gedauert, bis ich den Eisprung wieder "orten" konnte."

Es ist also durchaus möglich und in der Regel auch erfolgreich, lange zu warten und einfach das normale Leben wieder aufzunehmen.